Einbruch

Einbruch lohnt sich nicht!

Warum würden jetzt manche sicher fragen, denn man hat gewöhnlich hinterher mehr (von was auch immer) als vorher. Mhm, ist das so?

Stellen wir uns also mal vor, wir haben in nächtelanger Observierung uns ein Haus ausgeschaut, in welches wir einbrechen wollen um etwas zu klauen; Geld, Wertgegenstände, was man eben so klauen könnte. Dabei haben wir uns natürlich erstmal eine saftige Erkältung geholt, da es nachts doch kälter ist als tagsüber, wir haben Schlafmangel, denn am Tag darauf muss man dann ja wieder seiner geregelten Arbeit nachgehen um nicht weiter aufzufallen und im schlimmsten Fall Kratz- und Schürfwunden, da wir uns hinter (oder in) einem Dornbusch verstecken mussten. Dafür wissen wir aber, dass das Haus alarmgesichert ist, die Wertgegenstände in einem Safe liegen, ein Hund auf dem Hof bzw. im Garten schläft und der Hausherr nicht nur einen leichten Schlaf hat und nachts 2-5 mal auf die Pipibox muss, sondern auch Hobbyschütze und bis an die Zähne bewaffnet ist; Legal, denn er ist ja im Schützenverein. Super. Aber was solls, keiner hat gesagt, dass Einbrechen leicht ist… oder? Wer war das noch? Egal. Auf gehts.

Die Observierung ist also irgendwann überstanden, wir sind wieder gesund und munter und müssen uns nun mit Werkzeug eindecken. Jeder Handwerker wird einem sagen können, dass man niemals ohne Werkzeug zur Arbeit erscheinen darf. Wie willste auch die Scheibe einschlagen, das Türschloss knacken, die Alarmanlage unschädlich machen, den Hund ablenken oder einen Safe aufsprengen, wenn du nicht mit entsprechendem Material ausgestattet bist um diese Tätigkeiten, welche in das Ressort eines Einbrechers fallen dürften, auszuführen?

Um grundlegende Dinge wie Brecheisen, ein paar Handschuhe, Dietriche, eine Leiter (eventuell bekommt man es ja auch mit einem Zaun zu tun oder will im ersten Stock einsteigen), ein paar feste Schuhe und eine Skimaske zu bekommen, da tuts eine Runde durch das örtliche Bauhaus und ein Sportbekleidungsfachgeschäft. Dem geneigten Leser fällt bereits hier auf, dass man da doch den ein oder anderen Euro ausgeben wird, denn man kann ja schlecht diese Läden beklauen, welche einem mit dem Material versorgen, mit welchem man dann klauen gehen will. Kompliziert, kompliziert; Man muss sich also auch noch genau überlegen wen man beeinbrechern will. Maaannnn. Mir raucht jetzt schon der Kopf. Nichtsdestotrotz. Ran an den Feind.

Joar, jetzt haben wir schonmal grundlegendes Zeugs beisammen. Nen Schraubenzieher könnte man brauchen, ne Bohrmaschine vielleicht auch noch…huihui, wer weiß was noch alles? Aber, jetzt kommts, wir wollen ja eventüll auch noch an einen Safe ran und da muss man sich dann überlegen:

1. Will ich mit einem Stethoskop ran und die Kombination knacken und wie teuer ist so ein Stethoskop eigentlich und ist das nicht eher so ein Hollywoodmärchen à la Ocean’s Eleven mit diesem Stethoskoptrick? Unsichere Sache, vor allem da mein Gehör nicht gerade das eines Wolfes ist.

2. Ist es ein digitaler Safe mit Nummerntasten und ich brauch nen Minicomputer und Hackerkenntnisse von sonstwoher? Das hieße ich muss mir beibringen, wie man ein digitales Sicherheitsschloss knackt? Alter Schlappen! Bis ich das gelernt hab, wohnt der Hausbesitzer woanders oder ist verstorben, die Kinder haben alles geerbt und verscheuert und wohnen auf den Malediven, wo ich doch nach meinem Beutezug hin wollte. Neeee, so geht das auch nicht und mir einen suchen, der das kann is auch doof, denn erstens will ich die Beute nicht teilen und zweitens ist jeder Helfer ein potentieller Verräter! Punkt.

3. Hab ich nicht die Feinmotorik eines Streichholzstaplers und Mikadoweltmeisters und werd dem Panzerschrankkackteil einfach die Tür von der Front wegsprengen? Yes. Das isses. Zum einen machts BUMM wie an Silvester und zu feiern gibts dann ja folglich auch was und zum anderen muss ich keine jahrelange Vorarbeit leisten oder mich auf Dinge verlassen, die ich nicht selbst beeinflussen kann. Perfekt. Sprengstoff… aaargh.. stimmt.

Und hier kommen wir abermals an den Punkt mit den Kosten, denn seien wir mal ehrlich zu uns selbst, Sprengstoff kaufen ist mit Sicherheit eine fürchterlich enervierende und teure Angelegenheit. Nicht nur Nerven kostet das, wenn man in einer Nacht- und Nebelaktion seinen C4-Dealer trifft, welcher eine äußerst zwielichtige Gestalt ist (muss er sein, sonst würde er nicht mit Sprengstoff handeln), nein, es wird auch Geld kosten das Zeugs zu kaufen; Nicht davon zu reden, dass man einige Leute bestechen muss, die einem erst in Kontakt bringen mit so einer Person. Letztendlich bringt das aber nichts sich zu beschweren, denn der Panzerschrank will geöffnet sein. Also kauf ich mir en Packen C4 und Zündschnur und nen Fernzünder; Gerade letzteres Utensil ist unentbehrlich, denn wer will schon daneben stehen, wenn das Ganze hochgeht? Viel zu laut, der Qualm, die Splitter, die einem Mark und Bein zerschlagen. Nicht! gut!

Schlussendlich haben wir aber alles am Start. Werkzeug, Kleidung, Sprengstoff und Zubehör, einen Knochen für den Hund, eine schusssichere Weste (ja, es könnte sein, dass einem nach dem Leben getrachtet wird, nachdem man eingebrochen und auf der Flucht ist)…. oh…Flucht…ach ja. Ein Fluchtauto wäre nicht schlecht. Eins mit viel Stauraum, welches schnell ist und wendig. HAHA! Genau. Äh… gibts sowas? Nee, ne. LKWs scheiden aus, Jeeps und SUVs sehen zwar schick aus, aber haben meist auch nicht wirklich viel Platz und son Minivan oder Sprinter, naja. Okay. Der Kompromiss. Ein Sprinter muss her. Kaufen oder leihen. Sprit. Versicherung. Hab ich einen Führerschein? Baaahhh. Alles unnötige Kosten. Ich hab ja noch nicht mal den Flug auf die Malediven gebucht, geschweigedenn bezahlt. Dreckseinbrecherei.

Okay… Stop jetzt! Überlegen wir uns das nochmal gründlichst. Das was da an Geld ausgegeben werden muss um überhaupt an das Geld ranzukommen, welches einem nicht gehört und weswegen man verfolgt, eingesperrt oder erschossen werden könnte im schlimmsten Fall, das übersteigt womöglich das, was man im Endeffekt erbeuten wird. Daraus folgt, dass man ein zweites Objekt ausschauen muss, eventuell Werkzeug und Sprengstoff nachkaufen, ein neues Fluchtauto müsste her. Ach je. Nach Adam Riese und Eva Zwerg müsste man wahrscheinlich so an die 20 - 30 Hütten ausräumen, dass sich der ganze Käse überhaupt lohnt und wer weiß ob in den Hütten dann was zu holen ist, was wirklich Wert hat.

Also, was lernen wir daraus? Einbruch lohnt sich nicht. Erstrecht nicht bei Banken mit ihren Zeitschlössern, Videoüberwachung und sonstigem Gedönse wie Sicherheitsleute und hastenichgesehn. Da man auch keine 10 wackeren Freunde hat, ist man auch nicht gewillt Ocean’s Eleven nachzustellen und Hudson Hawk hat auch schon lange ausgedient. Im Endeffekt bleibt man von vornherein abends in der Wohnung und gammelt etwas auf der Couch und schaut anderen dabei zu, wie sie gnadenlos versagen bei Überfällen, Einbrüchen, Beutezügen und sonstigen Vergehen und lacht sich ins Fäustchen, denn man selbst wusste ja von vornherein:”Einbruch lohnt sich nicht!”

  1. von nice2meatu gepostet
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