Hackers all over the place

Dieser Comic von XKCD zeigt sehr gut die Situation derzeit. Überall auf der Welt wird berichtet, dass da der Server gehackt wurde und hier wurden Kundendaten geklaut und veröffentlicht und dort gabs DDOS-Attacken (was immer das auch ist, wa?)! Dahinter stecken meist irgendwelche anonymen Internetuser, die man ebenfalls nicht so ganz eindeutig definiert bekommt.
In kurz: Die große Panikmache seitens der Medien greift sich ein neues Feld und einige Hansels versuchen ein wenig Publizistik zu betreiben.
Das ist ja nun wirklich nichts neues, wenn man sich in den letzten 10-20 Jahren mal genauer die Nachrichten oder ne Bundestagsdebatte oder die Bild/den Spiegel angesehen hat. Dem Bürger etwas Angst machen, das können Politiker; und die Nachrichten/Medien sowieso. Da gibts dann spontan mal ne neue Krankheit, man greift sich “fremde” Religionen und macht sie zu POTENTIELL gefährlichen Gruppierungen und das Damoklesschwert der Finanzkrise, das bemerken wir ja schon fast nicht mehr, ne?!
Und auch diesmal ist die Situation so, dass weder die Berichterstatter noch die Otto Normalzuschauer so wirklich verstehen, worum es geht, was da genau passiert und wer da eigentlich hintendran steckt und vor allem die Frage Nummer Eins:”WO ISN DA DER SINN?”
Ich versuch mal da Licht reinzubringen, wo ich sehe, dass ich mehr weiß, als der Medienhorst in seiner Nachrichtensendung oder seinem dämlichen SpringeraufA1-Verlag.
DDOS-Attacken:
Das ist wie damals, als man sich mit ganz vielen Leuten in ein Foyer von ner Uni gesetzt hat, um die Profs vom Seminar abzuhalten. Man trinkt Bier, man lacht zusammen, man albert bisken rum und irgendwo dazwischen sitzen 2-3 “Aktivisten”, die irgendwie nicht ganz so lustig drauf, aber mittendrin statt nur dabei sind. Früher im Foyer, heute im Chatroom.
Dieses Prinzip des “Sit-In” gibts seit den 60ern und ist jetzt im digitalen Zeitalter angelangt. Wenn nämlich X-User gleichzeitig auf eine Website gehen, wird der Server auf dem diese liegt überlastet. Ich rede von vielen Usern! SEHR VIELEN! Und jeder dieser User kann gerade soviel “Internet”, dass er sich selbst 50mal da anmeldet mit, ich sach mal so, “Klonen” seiner selbst. Und jeder dieser 50 * X Klone lädt die Website alle 5 Sekunden neu. Wie das geht? Keine Ahnung.
Der Server sagt sich jedenfalls:”Lasst mir doch die Ruhe!”, fängt an zu schmollen, weil er auf einmal so viel zu tun hat und final gibt er den Benutzern ein freundliches “Ihr könnt mich mal!”. Dann ist die Seite nicht mehr aufzurufen, man bekommt eine Fehlermeldung und muss die Seite später nochmal besuchen.
Ergo ist eine DDOS-Attacke ein virtuelles Sit-In. Nicht mehr und nicht weniger.
Falls also bei der ARD der Tagesschausprecher mal wieder mit “Diedos-Attacke” um sich wirft, sind wir nun schlauer und gehen nicht davon aus, dass unser Leben, unsere E-Mails oder unsere preisgekrönte Sammlung an Pornobildchen auf dem heimischen Rechner gefährdet sind, nech!?
Worum es dabei geht:
Den meisten Leutchens, die da mitmachen, geht es wie denen damals im Foyer. Die wollen ihr Bierchen trinken, ein wenig lachen, Gemeinschaft erleben und eben auch irgendwie en bisken Stunk machen, da ihnen etwas nicht passt. Da der gemeine Internetnutzer recht divers ist, sind es die Ziele solcher Sit-Ins genauso. Letztens wars noch Mastercard, Paypal und Visa, heute isses Sony, morgen isses die Regierung von Timbuktu (nur ein Platzhalter, eigentlich wars Simbabwe).
Es geht darum etwas Gerechtigkeit in den oft gerechtigkeitsfreien Raum “Internet” zu bringen oder es geht darum, Leuten, die im echten Leben nicht ganz so nett sind, zu zeigen, dass sie doch bitte etwas netter sein sollen und man muss es mal beim Namen nennen: oft geht es auch einfach nur um den Spaß.
Mitunter wirds dann doch ernst, wenn die kleine Gruppe von Aktivisten richtig aktiv wird, welche eben auch Teil des Ganzen ist. Die werfen dann Steine und Molotovcocktails und legen sich mit der Obrigkeit auf Teufel komm raus an. Da ist der Spaß dann ganz schnell vorbei.
Wer dahinter steckt:
Das ist der eigentliche Gag an der Geschichte. Es ist jeder und keiner. Anonymous ist mehr eine Idee, als eine Bewegung oder eine Gruppe. Anonymous kann jeder sein. Das führt oft dazu, dass Anonymous Anonymous attackiert, weil Anonymous was gemacht hat, was Anonymous nicht gefallen hat. Erm, ja.
Wie bereits mehrfach erwähnt, das sind Menschen wie du und ich, denen eine Idee gemeinsam ist. Darunter sind eben schwarze und weiße Schafe und dazwischen gibts 254 Grauabstufungen. Deswegen fällt es so einem Medienheinz auch unheimlich schwer, das Ganze in einen sinnvollen 20-30 Sekunden Beitrag für die Nachrichtensendung des Tages zu raffen. Es gibt bei und für Anonymous nicht nur schwarz und weiß.
Zusammenfassend:
Sicher sind viele jetzt nicht schlauer als vorher. Aber wenn man Zeit und Muße hat, kann man sich ja mal bei Wikipedia fit lesen, ein wenig durch das Internet stöbern (am besten ihr nehmt Firefox und nicht den IE, wer weiß was so da durchs Netz an Viren wabert) oder sich auf einschlägigen Seiten informieren.